Prüfungsthemen: IHK-Sachkundeprüfung
Zertifizierter Verwalter §26a WEG

Alle 4 Prüfungsbereiche nach ZertVerwV-Anlage 1 — mit Sachgebieten und Lernhinweisen.

4
Prüfungsbereiche
46 %
Rechtliche Grundlagen (Angabe BVI)
≥ 90 Min.
Schriftliche Prüfung (Mindestdauer)
50%
Je Bereich erforderlich

Aufbau der Sachkundeprüfung

Die Sachkundeprüfung zum Zertifizierten Verwalter nach §26a WEG ist bundesweit durch die ZertVerwV geregelt (Einzelheiten des Prüfungsverfahrens regeln die IHK durch Satzung, § 6 Abs. 3) — die Prüfungsinhalte sind in der ZertVerwV (Zertifizierter-Verwalter-Sachkundeprüfungs-Verordnung) festgelegt (Anlage 1).

Die Prüfung besteht aus zwei Teilen: einem schriftlichen Teil (mindestens 90 Minuten; nach Angaben des BVI e. V. typischerweise rund 50 Multiple-Choice-Fragen, Zahl und Form legt die jeweilige IHK fest) und einem mündlichen Teil (mindestens 15 Minuten je Prüfling). In jedem der vier Themenbereiche müssen mindestens 50% der möglichen Punkte erreicht werden — ein Durchfallen in einem einzelnen Bereich bedeutet das Nichtbestehen der gesamten Prüfung.

Bereich 1: Rechtliche Grundlagen

Nach Angaben des BVI e. V. der umfangreichste Bereich (rund 46 %) — das Wohnungseigentumsgesetz ist der Gegenstand, auf den sich der mündliche Prüfungsteil zumindest beziehen soll (§ 3 Abs. 3 Satz 3 ZertVerwV).

WEG-Recht — Kerngebiet

1.1 Wohnungseigentumsgesetz (WEG)

Das WEG bildet die rechtliche Grundlage der gesamten Verwaltungstätigkeit. Zum Wohnungseigentumsgesetz (Anlage 1 Nr. 2.1 ZertVerwV) gehören unter anderem:

Begründung von Wohnungseigentum
Sondereigentum & Gemeinschaftseigentum
Teilungserklärung & Aufteilungsplan
Gemeinschaftsordnung
Gemeinschaft der Wohnungseigentümer (GdWE)
Rechte & Pflichten der Eigentümer
Ordnungsmäßige Verwaltung (§18 WEG)
Eigentümerversammlung (§24 WEG)
Beschlussfassung & Mehrheiten
Beschlussanfechtung & Nichtigkeit
Verwaltungsbeirat (§29 WEG)
Verwalterbestellung & -abberufung
Verwaltervertrag (§26 WEG)
Aufgaben des Verwalters (§27 WEG)
Wirtschaftsplan (§28 Abs. 1 WEG)
Jahresabrechnung (§28 Abs. 2 WEG)
Vermögensbericht (§28 Abs. 4 WEG)
Erhaltungsrücklage (§19 Abs. 2 WEG)
Bauliche Veränderungen (§20 WEG)
Privilegierte bauliche Veränderungen
Hinweis: Der mündliche Teil soll sich zumindest auf das WEG beziehen (§ 3 Abs. 3 Satz 3 ZertVerwV). Welche Themen konkret geprüft werden, legt die jeweilige IHK fest; Eigentümerversammlung, Beschlussfassung, Verwalterrechte und -pflichten sowie Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung sind Beispiele.
BGB & weitere Rechtsgebiete

1.2 Bürgerliches Gesetzbuch und weitere Rechtsgrundlagen

Allgemeines Vertragsrecht (BGB)
Wohnungsmietrecht
Betriebskostenabrechnung (BetrKV)
Werkvertragsrecht (Handwerker)
Grundstücksrecht
Grundbuchrecht
Zivilprozessrecht
Zwangsvollstreckung (Hausgeld)
Datenschutz (DSGVO)
Berufsrecht

1.3 Berufsrecht des Verwalters

Gewerbeordnung (§34c GewO)
ZertVerwV
Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV)
Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG)
Heizkostenverordnung (HeizkostenV)
Energierecht (GEG)

Bereich 2: Kaufmännische Grundlagen

Praxis-orientierter Bereich rund um Buchhaltung, Abrechnung und Mahnwesen in der WEG-Verwaltung.

Kaufmännisch

Allgemeine und WEG-spezifische kaufmännische Grundlagen

Ordnungsmäßige Buchführung
Einnahmen-Ausgaben-Rechnung
Wirtschaftsplan erstellen
Jahresabrechnung erstellen
Umlageschlüssel (MEA, Wohnfläche, Kopfteil)
Einzel- & Gesamtabrechnung
Vermögensbericht
Erhaltungsrücklage berechnen
Sonderumlage
Hausgeld & Hausgeldumlage
Mahnwesen & Hausgeldinkasso
Offenes Fremdgeldkonto
Soll-Ist-Vergleich
Hinweis: Die Abgrenzung Wirtschaftsplan vs. Jahresabrechnung und die korrekte Berechnung der Erhaltungsrücklage gehören zu den kaufmännischen Grundlagen (Anlage 1 Nr. 3.2 ZertVerwV).

Bereich 3: Technische Grundlagen

Grundlegendes technisches Verständnis für die Instandhaltung und Beurteilung von Gebäuden und Anlagen.

Technisch

Baukunde, Haustechnik & Instandhaltung

Baustoffe & Baustofftechnologie
Baukonstruktion & Gebäudeteile
Heizungsanlage & Hydraulischer Abgleich
Sanitär- & Wasserleitungen
Elektroanlagen & Aufzüge
Mängelerkennung & -beurteilung
Schimmel & Feuchtigkeit
Instandhaltungsplanung
Wartungsintervalle
Verkehrssicherungspflichten
Brandschutz & Rauchwarnmelder
Energetische Sanierung
GEG & Energieausweis
Barrierefreier Umbau
KfW- & BAFA-Fördermittel
GEIG (E-Ladeinfrastruktur)
Dokumentation & Bautagesbuch
Hinweis: Verkehrssicherungspflichten, Brandschutz und das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, vormals Gebäudeenergiegesetz/GEG) gehören zu den technischen Grundlagen (Anlage 1 Nr. 4 ZertVerwV). Fördermitteleinsatz und -beantragung gehören zu den technischen Grundlagen (Anlage 1 Nr. 4.8 ZertVerwV).

Bereich 4: Grundlagen der Immobilienwirtschaft

Übergreifende Grundlagen zum Verständnis des Immobilienmarkts und des Berufsbilds.

Immobilienwirtschaft

Versicherungen, Energie und Unterlagen

Gebäude- & Wohngebäudeversicherung
Haftpflichtversicherung
Glasversicherung
Vermögensschadenhaftpflicht
Versicherungsschadenabwicklung
Energiethemen & Energieausweis
Gebäudepläne & Bauzeichnungen
Baubeschreibungen lesen

Lernstrategie für die Prüfung

Die Prüfungsgegenstände sind in Anlage 1 ZertVerwV gegliedert. Unser Vorschlag für die Reihenfolge:

  1. WEG-Recht zuerst — Vertiefe §§ 18–29 WEG gründlich. Das Wohnungseigentumsgesetz ist Gegenstand der rechtlichen Grundlagen (Anlage 1 Nr. 2.1 ZertVerwV).
  2. Kaufmännische Grundlagen — Übe Rechenaufgaben zu Jahresabrechnung und Umlageschlüsseln.
  3. Technische Grundlagen — Konzentriere dich auf Verkehrssicherungspflichten, Brandschutz und GEG.
  4. Prüfungssimulation — am Prüfungsformat orientiert: 50 Fragen in 90 Minuten mit Zeitlimit.

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Weiterführende Themen

Häufige Fragen

Welche Themen kommen in der IHK-Prüfung zum Zertifizierten Verwalter vor?

Die Sachkundeprüfung gliedert sich in 4 Bereiche: (1) Grundlagen der Immobilienwirtschaft, (2) Rechtliche Grundlagen (WEG, BGB, Berufsrecht), (3) Kaufmännische Grundlagen und (4) Technische Grundlagen. Nach Angaben des BVI e. V. hat der Bereich Rechtliche Grundlagen mit rund 46 % den größten Anteil des schriftlichen Teils.

Wie ist die Sachkundeprüfung aufgebaut?

Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen Teil (nach § 3 Abs. 2 ZertVerwV mindestens 90 Minuten) und einem mündlichen Teil (mindestens 15 Minuten je Prüfling). In jedem der vier Themenbereiche sind mindestens 50% der Punkte erforderlich. Nach Angaben des BVI e. V. umfasst der schriftliche Teil typischerweise rund 50 Multiple-Choice-Fragen; Fragenzahl, Aufgabenform und Ablauf legt die jeweilige IHK fest; sie können abweichen. Der mündliche Teil soll sich nach § 3 Abs. 3 Satz 3 ZertVerwV zumindest auf das Wohnungseigentumsgesetz (Nr. 2.1 der Anlage 1) beziehen.

Welcher Themenbereich hat den größten Anteil an der Prüfung?

Das Wohnungseigentumsgesetz (WEG) gehört zu den rechtlichen Grundlagen, dem nach Angaben des BVI e. V. größten Bereich (rund 46 %). Der mündliche Teil soll sich nach § 3 Abs. 3 Satz 3 ZertVerwV zumindest auf das WEG beziehen. WEG-Themen sind z. B. Eigentümerversammlung, Beschlussfassung, Verwalteraufgaben und Jahresabrechnung.

Wer legt die Prüfungsinhalte fest?

Die Prüfungsinhalte sind in der Zertifizierter-Verwalter-Sachkundeprüfungs-Verordnung (ZertVerwV) gesetzlich festgelegt, insbesondere in Anlage 1.

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