Technische Grundlagen für die WEG-Verwalterprüfung
GEG, Energieausweis, Brandschutz, Heizungsanlage, Baustoffe und Fördermittel — 30 Unterrichtseinheiten technisches Grundwissen kompakt zusammengefasst.
Jetzt Prüfungsfragen übenÜberblick: Technische Themen in der Prüfung
Der technische Bereich umfasst 30 von 120 Unterrichtseinheiten im DIHK-Rahmenplan. Kein tiefes Fachwissen ist nötig — aber der Verwalter muss Mängel erkennen, Handlungsbedarf einschätzen und die richtigen Fachleute beauftragen können.
GEG & Energieausweis
Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, vormals Gebäudeenergiegesetz/GEG), Effizienzklassen, Pflichten des Verwalters
Brandschutz
Rauchwarnmelder, Feuerschutztüren, Fluchtwege, Brandschutzordnung
Heizungsanlage
Zentralheizung, hydraulischer Abgleich, Wartungspflicht
Sanitär & Wasser
Trinkwasserverordnung, Legionellen, Leitungswasser
Baustoffe
Lebensdauer, Verschleiß, Schimmel und Feuchtigkeit
Mängelerkennung
Risse, Feuchtigkeitsschäden, Dachschäden beurteilen
Barrierefreiheit
Rampen, Aufzüge, altersgerechte Umbauten
KfW & BAFA
Förderprogramme beantragen, energetische Sanierung
GEIG
E-Ladeinfrastruktur, Mindestanforderungen bei Sanierung
Dokumentation
Wartungsprotokoll, Bautagesbuch, Mängelliste
GEG — Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, vormals Gebäudeenergiegesetz)
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, vormals Gebäudeenergiegesetz/GEG) ist das nationale Umsetzungsgesetz der europäischen EPBD (Energy Performance of Buildings Directive). Berechnungsgrundlage ist die DIN V 18599. Für WEG-Verwalter relevant:
- Energieausweis: Pflicht bei Verkauf oder Neuvermietung. Zwei Typen: Energieverbrauchsausweis (aus Verbrauchsdaten) und Energiebedarfsausweis (aus Bau- und Anlagendaten) — gültig jeweils 10 Jahre
- Heizungseinbau § 43 GEG: Die frühere 65-Prozent-Regel ist entfallen. Wird nach dem 29. Juli 2026 eine mit Gas, Heizöl oder Flüssiggas beschickte Heizung neu in ein bestehendes Gebäude eingebaut, muss der Anteil der Wärme aus den in § 43 Absatz 1 GEG genannten Brennstoffen stufenweise steigen — Biomethan, Bioöl, biogenes Flüssiggas oder grüner, blauer, orangener oder türkiser Wasserstoff einschließlich daraus hergestellter Derivate: mindestens 10% ab 2029, 15% ab 2030, 30% ab 2035 und 60% ab 2040. Der Katalog ist abschließend und nicht auf erneuerbare Energien beschränkt: blauer Wasserstoff (Erdgas mit CO2-Abscheidung) und türkiser Wasserstoff (Methanpyrolyse) werden fossil erzeugt und sind trotzdem anrechenbar
- Dämmpflichten: Bei Sanierung von Dach oder Außenwänden gelten Mindeststandards
- Effizienzklassen: A+ bis H — Pflicht zur Angabe in Inseraten
| Effizienzklasse | Energiebedarf (kWh/m²a) | Einschätzung |
|---|---|---|
| A+ | < 30 | Niedrigstenergiegebäude, Passivhaus |
| A | 30–50 | Sehr gut gedämmt, Neubaustandard |
| B | 50–75 | Gut |
| C | 75–100 | Befriedigend |
| D | 100–130 | Durchschnitt |
| E–H | 130+ | Sanierungsbedarf |
Heizkostenverordnung — Prüfungsrelevante Fristen
Die Heizkostenverordnung verpflichtet zur verbrauchsabhängigen Abrechnung und setzt klare Anforderungen an Erfassungsgeräte:
| Zeitpunkt | Pflicht |
|---|---|
| Ab 1.1.2022 | Bei fernablesbaren Geräten: monatliche Verbrauchsinformation an Nutzer |
| Bis 31.12.2026 | Bestandsschutz für Altgeräte (nicht fernablesbar, installiert vor 1.12.2021) |
| Bis 31.12.2031 | Fernablesbare Geräte (bis 1.12.2022 installiert) müssen Smart-Meter-Gateway-fähig und interoperabel sein |
Brandschutz
Der Verwalter ist für den vorbeugenden Brandschutz im Gemeinschaftseigentum verantwortlich:
- Rauchwarnmelder: In allen Bundesländern Pflicht — in Schlafräumen, Kinderzimmern, Fluren. Wartungspflicht liegt je nach Bundesland bei Eigentümer oder Mieter
- Feuerschutztüren (T30/T90): Regelmäßige Wartung, Schließfunktion darf nicht blockiert werden
- Fluchtwege: Treppenhäuser und Flure müssen zu jeder Zeit frei von Gegenständen sein
- Brandschutzordnung: Bei größeren Anlagen empfehlenswert
- Feuerlöscher: Regelmäßige Wartung (alle 2 Jahre) und Sichtkontrolle
Heizungsanlage, Haustechnik und Aufzüge
- Wartungspflicht: Heizungsanlagen müssen regelmäßig gewartet werden — schriftlichen Wartungsvertrag mit Fachunternehmen abschließen
- Hydraulischer Abgleich: Pflicht bei Heizungserneuerung, verbessert Effizienz und Wärmeverteilung
- Legionellenprüfung: Bei Anlagen mit Warmwasserspeicher — mindestens alle 3 Jahre, da es im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit abgegeben wird (Trinkwasserverordnung)
- Kaltwasserzähler: Eichung gilt für 6 Jahre (nicht 5)
- Aufzüge: Betriebssicherheitsverordnung beachten; Zweiwege-Notrufsystem ist verpflichtend; regelmäßige Prüfung durch zugelassene Überwachungsstelle; Wartungsvertrag erforderlich
Barrierefreiheit — DIN 18040-2
Die DIN 18040-2 ist in allen Bundesländern als technische Baubestimmung eingeführt und legt Mindestmaße für barrierefreies Wohnen fest. Privilegierte bauliche Veränderungen nach §20 Abs. 2 Nr. 1 WEG umfassen Maßnahmen zur Barrierefreiheit:
| Anforderung | Mindestmaß |
|---|---|
| Wohnungstürbreite (rollstuhlgerecht) | ≥ 90 cm |
| Flurbreite | ≥ 1,20 m |
| Bewegungsfläche (Rollstuhl) | ≥ 1,50 × 1,50 m |
| Balkon-/Terrassentürschwelle | ≤ 2 cm |
| Aufbauhöhe bodengleiche Dusche | max. 2 cm |
| Bedienelemente (max. Höhe) | ≤ 85 cm |
KfW- und BAFA-Fördermittel
Der Verwalter sollte Fördermöglichkeiten kennen und die Eigentümer informieren:
- KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau): Günstige Darlehen und Zuschüsse für energetische Sanierung, Barrierefreiheit (KfW 455-B), Heizungstausch
- BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle): Zuschüsse für Heizungsanlagen mit erneuerbaren Energien (Bundesförderung für effiziente Gebäude — BEG)
- Förderantrag muss vor Maßnahmenbeginn gestellt werden
- Die Eigentümerversammlung muss Maßnahme und Förderantragstellung beschließen
Weiterführende Themen
Kaufmännische Grundlagen
Wirtschaftsplan, Jahresabrechnung und Rücklagen der WEG
Bauliche Veränderungen
§20 WEG, privilegierte Maßnahmen und Beschlussfassung
Verkehrssicherungspflicht
Haftung, Streu- und Räumpflicht im Gemeinschaftseigentum
Alle Prüfungsthemen im Überblick
Der komplette Themenkatalog der IHK-Verwalterprüfung
Häufige Fragen
Was umfassen die technischen Grundlagen in der WEG-Verwalterprüfung?
Die technischen Grundlagen umfassen das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, vormals Gebäudeenergiegesetz/GEG), Brandschutzvorschriften, Aufzugspflichten, barrierefreies Bauen sowie die Instandhaltungspflichten des Verwalters nach §27 WEG.
Was muss ein WEG-Verwalter über das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, vormals Gebäudeenergiegesetz/GEG) wissen?
Der Verwalter muss Eigentümer über GEG-Pflichten informieren, Energieausweise beschaffen, energetische Sanierungsmaßnahmen koordinieren und die Fristen für gesetzlich vorgeschriebene Nachrüstpflichten im Blick haben.
Welche Brandschutzpflichten hat der WEG-Verwalter?
Der Verwalter muss die gesetzlich vorgeschriebene Ausstattung mit Rauchwarnmeldern sicherstellen, Fluchtwege freihalten, Brandschutztüren überprüfen lassen und regelmäßige Sicherheitsbegehungen des Gemeinschaftseigentums veranlassen.
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