Mündliche Prüfung Zertifizierter Verwalter — Ablauf, Inhalte und Tipps
Was erwartet dich in der mündlichen Prüfung nach §26a WEG? Hier erfährst du Wesentliches zu Ablauf, Beispielthemen, Bewertung und Vorbereitung.
Was ist die mündliche Prüfung?
Die mündliche Prüfung ist Teil der IHK-Sachkundeprüfung (§ 3 Abs. 1 ZertVerwV). Sie findet nur statt, wenn der schriftliche Teil erfolgreich bestanden wurde.
- Teil der Prüfung nach § 3 Abs. 1 ZertVerwV
- Nur nach bestandener schriftlicher Prüfung
- Mindestens 15 Minuten pro Prüfling
- Prüfungsausschuss: Besetzung legt die jeweilige IHK fest (§ 2 Abs. 2 und 3 ZertVerwV)
- Soll sich zumindest auf das WEG beziehen (§ 3 Abs. 3 Satz 3 ZertVerwV); Aufgabenform legt die IHK fest
Ablauf der mündlichen Prüfung
Die mündliche Prüfung kann als Einzel- oder Gruppenprüfung (bis zu 5 Personen gleichzeitig) durchgeführt werden. Auch bei einer Gruppenprüfung muss jeder Prüfling mindestens 15 Minuten aktiv geprüft werden.
- Aufgabenform: legt die jeweilige IHK fest; erkundige dich vorab bei deiner IHK
- Bewertung: bestanden, wenn mindestens 50 Prozent der erreichbaren Punkte erzielt werden (§ 5 Abs. 2 Satz 4 ZertVerwV); die Einzelheiten der Bewertung legt die jeweilige IHK fest
- Termin: legt die jeweilige IHK fest und teilt ihn nach Bestehen der schriftlichen Prüfung mit (Beispiel IHK Frankfurt am Main: in der Regel etwa zwei Wochen nach dem schriftlichen Termin, Webseite abgerufen 17.10.2026)
Beispielthemen der mündlichen Prüfung
Die mündliche Prüfung soll sich nach § 3 Abs. 3 Satz 3 ZertVerwV zumindest auf das Wohnungseigentumsgesetz beziehen. Welche Themen und Fälle konkret geprüft werden, legt die jeweilige IHK fest; die folgenden Themen sind Beispiele aus dem WEG-Recht:
Eigentümerversammlung
- Ladung und Fristen
- Beschlussfassung und Mehrheiten
- Anfechtung von Beschlüssen
Verwalteraufgaben
- Aufgaben nach §27 WEG
- Bestellung und Abberufung des Verwalters
- Verwaltervertrag
Bauliche Veränderungen
- Bauliche Veränderungen §20 WEG
- Privilegierte Maßnahmen (Barrierefreiheit, E-Mobilität)
- Kostentragung
Finanzen & Haftung
- Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung
- Sonderumlage und Hausgeldklage
- Verkehrssicherungspflichten
Zum Wohnungseigentumsrecht gehört auch die WEG-Reform 2020 — insbesondere die Neufassung von §27 WEG, die gestärkte Rolle der GdWE als Rechtsträgerin sowie die vereinfachten Regeln für bauliche Veränderungen.
Tipps für die mündliche Prüfung
Diese fünf Schritte helfen bei der Vorbereitung auf die mündliche Prüfung:
- WEG-Recht vertiefen§§ 18–29 WEG vor der Prüfung durcharbeiten — insbesondere §27 (Verwalteraufgaben), §20 (bauliche Veränderungen) und §24 (Eigentümerversammlung).
- Fallbeispiele übenPraxisfälle aus Eigentümerversammlung und Verwalterhaftung trainieren. Szenarien wie "Beschluss wurde ohne ordentliche Ladung gefasst — was tun?" sollten flüssig beantwortet werden können.
- Paragraphen zitierenKonkrete Gesetzesgrundlagen nennen stärkt den Eindruck. Statt "das Gesetz sagt..." lieber "nach §27 Abs. 1 WEG ist der Verwalter verpflichtet..."
- Ruhig kommunizierenBei Unsicherheit ist Rückfragen erlaubt — und zeigt Professionalität. Strukturiertes Vorgehen hilft, auch wenn nicht jede Antwort perfekt ist.
- Struktur zeigenAntworten strukturieren: Problem benennen → Rechtsgrundlage nennen → Lösung ableiten. Diese drei Schritte helfen, Antworten zu strukturieren.
Was passiert bei Nichtbestehen der mündlichen Prüfung?
Ob bei Nichtbestehen des mündlichen Teils nur dieser Teil wiederholt wird, und ob und wie lange ein bestandener Teil angerechnet wird, regelt die jeweilige IHK durch Satzung (§ 6 Abs. 3 ZertVerwV).
- Die Prüfung darf beliebig oft wiederholt werden (§ 6 Abs. 1 ZertVerwV)
- Die Gebühr für die Wiederholung legt die jeweilige IHK in ihrer Gebührenordnung fest
- Wiederholung kann bei jeder IHK in Deutschland abgelegt werden
Weiterführende Themen
Häufige Fragen
Was wird in der mündlichen Prüfung geprüft?
Die mündliche Prüfung soll sich nach § 3 Abs. 3 Satz 3 ZertVerwV zumindest auf das Wohnungseigentumsgesetz (Nr. 2.1 der Anlage 1) beziehen. Welche Aufgaben und Fallbeispiele gestellt werden, legt die jeweilige IHK fest; Eigentümerversammlung, Verwalteraufgaben, bauliche Veränderungen und Haftung sind Beispiele für WEG-Themen. Kandidaten sollten die relevanten Paragraphen kennen und auf konkrete Situationen anwenden können.
Wie lange dauert die mündliche Prüfung?
Die mündliche Prüfung dauert nach § 3 Abs. 3 ZertVerwV mindestens 15 Minuten pro Prüfling. Es können bis zu fünf Prüflinge gleichzeitig geprüft werden; auf jeden Prüfling müssen dann mindestens 15 Minuten Prüfungszeit entfallen. Die tatsächliche Dauer legt die jeweilige IHK fest.
Kann ich die mündliche Prüfung alleine wiederholen?
Das regelt die jeweilige IHK in ihrer Satzung (§ 6 Abs. 3 ZertVerwV); Beispiel IHK Frankfurt am Main: eigene Gebühr für die Wiederholung der mündlichen Prüfung, Webseite abgerufen 17.10.2026. Die Prüfung darf nach § 6 Abs. 1 ZertVerwV beliebig oft wiederholt werden; ob und wie lange ein bestandener Teil angerechnet wird, regeln die IHK durch Satzung (§ 6 Abs. 3 ZertVerwV).
Muss ich für die mündliche Prüfung besondere Unterlagen mitbringen?
Welche Unterlagen und Hilfsmittel zugelassen sind, legt die jeweilige IHK fest. Plane damit, dass Gesetzestexte nicht zur Verfügung stehen, und informiere dich vorab bei deiner IHK über die Regeln.
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