Wer ist von der Verwalterprüfung befreit?

Gleichgestellte Berufsabschlüsse, Sonderfälle und was für die Übergangsfrist gilt — hier erfährst du, wer nach § 7 ZertVerwV einem zertifizierten Verwalter gleichgestellt ist.

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Wer gilt als zertifizierter Verwalter?

Zur ordnungsmäßigen Verwaltung gehört seit dem 1. Dezember 2023 die Bestellung eines zertifizierten Verwalters (§ 19 Abs. 2 Nr. 6 WEG i. V. m. § 48 Abs. 4 Satz 1 WEG). Zertifizierter Verwalter ist nach § 26a Abs. 1 WEG, wer vor einer IHK durch eine Prüfung die notwendigen Kenntnisse nachgewiesen hat; einem zertifizierten Verwalter gleichgestellt sind die Personen nach § 7 ZertVerwV. Eine allgemeine Pflicht jedes Verwalters zur IHK-Sachkundeprüfung folgt daraus nicht.

Wer am 1. Dezember 2020 Verwalter einer Gemeinschaft war, galt gegenüber deren Wohnungseigentümern bis zum 1. Juni 2024 als zertifizierter Verwalter (§ 48 Abs. 4 Satz 2 WEG). Seitdem gilt diese Übergangsregel nicht mehr.

Gleichgestellte Berufsabschlüsse §7 ZertVerwV

Wer einen der folgenden Abschlüsse besitzt, ist nach § 7 ZertVerwV einem zertifizierten Verwalter gleichgestellt:

Befreit

Anerkannte IHK-Abschlüsse

  • Geprüfter Immobilienfachwirt (IHK)
  • Immobilienkaufmann / Immobilienkauffrau (IHK)
  • Kaufmann/Kauffrau der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft
Befreit

Hochschulabschluss mit immobilienwirtschaftlichem Schwerpunkt (§ 7 Nr. 4 ZertVerwV)

  • z. B. Bachelor- oder Masterabschluss im Fach Immobilienwirtschaft
  • z. B. Diplomstudiengang Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Immobilien

Maßgeblich ist der Wortlaut des § 7 Nr. 4 ZertVerwV (immobilienwirtschaftlicher Schwerpunkt); Fragen zum Einzelfall beantwortet die IHK.

Befreit

Volljuristen

  • Personen mit der Befähigung zum Richteramt (§ 7 Nr. 1 ZertVerwV)
Wichtig: Die Gleichstellung nach § 7 ZertVerwV betrifft die einzelne Person. Juristische Personen und Personengesellschaften dürfen sich nach § 8 ZertVerwV als zertifizierte Verwalter bezeichnen, wenn die bei ihnen Beschäftigten, die unmittelbar mit Aufgaben der Wohnungseigentumsverwaltung betraut sind, die Prüfung bestanden haben oder nach § 7 gleichgestellt sind.

Kein Anspruch auf Befreiung

Nicht befreit

Diese Abschlüsse reichen nicht aus

  • Allgemeine kaufmännische Ausbildung (z.B. Bürokaufmann/-frau)
  • Maklererlaubnis nach §34c GewO — diese ist ein anderes Erlaubnisregime
  • Langjährige Berufserfahrung als Verwalter ohne Abschluss

§34c GewO und §26a WEG: Was ist der Unterschied?

Beide Regelungen betreffen die gewerbliche Immobilienverwaltung, haben aber unterschiedliche Anforderungen:

§34c GewO — Maklererlaubnis

Erlaubnis für Makler, Bauträger und WEG-Verwalter. Die Erlaubnis ist zu versagen bei Unzuverlässigkeit, ungeordneten Vermögensverhältnissen oder fehlendem Nachweis der Berufshaftpflichtversicherung (§ 34c Abs. 2 GewO). Daneben besteht während der Tätigkeit eine Weiterbildungspflicht (20 Stunden innerhalb von drei Kalenderjahren, § 34c Abs. 2a GewO); sie ist keine Voraussetzung für die Erteilung der Erlaubnis.

Kein Sachkundenachweis erforderlich — nur die Erlaubnis.

§26a WEG — Zertifizierter Verwalter

Zur ordnungsmäßigen Verwaltung gehört die Bestellung eines zertifizierten Verwalters (§ 19 Abs. 2 Nr. 6 WEG); Zertifizierter Verwalter ist, wer die IHK-Prüfung bestanden hat oder nach § 7 ZertVerwV gleichgestellt ist.

Zertifiziert ist, wer die IHK-Prüfung bestanden hat oder gleichgestellt ist (§ 7 ZertVerwV).

Fazit: Die §34c-Erlaubnis vom Gewerbeamt und die Zertifizierung nach §26a WEG sind zwei verschiedene Dinge: Die Erlaubnis macht niemanden zum Zertifizierten Verwalter. Eigentümer können seit dem 1. Dezember 2023 die Bestellung eines zertifizierten Verwalters verlangen (§ 19 Abs. 2 Nr. 6 WEG).

Nicht zu verwechseln: §34c GewO deckt neben der Verwalter-Erlaubnis auch Makler und Bauträger ab und regelte bislang zusätzlich die Vermittlung allgemeiner Verbraucherdarlehen — dafür entsteht mit §34k GewO zum 20. November 2026 eine eigenständige Erlaubnis. Wer neben der WEG-Verwaltung auch als Darlehensvermittler tätig ist oder werden will, findet die Details dazu auf 34k-pruefung.de.

Nicht sicher, ob du befreit bist?

Im Zweifel entscheidet die zuständige IHK. Wende dich direkt an die IHK deines Bezirks oder die IHK, bei der du die Prüfung ablegen möchtest. Sie prüfen, ob dein Abschluss als gleichwertig anerkannt wird.

Wenn du nicht befreit bist oder dir unsicher bist, lohnt es sich trotzdem, mit der Vorbereitung zu starten.

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Häufige Fragen

Wer ist einem zertifizierten Verwalter gleichgestellt?

Befreit sind Personen mit bestimmten immobilienwirtschaftlichen Berufsabschlüssen, die als gleichwertig anerkannt sind — darunter Geprüfter Immobilienfachwirt (IHK), Immobilienkaufmann/-frau (IHK), Hochschulabschluss mit immobilienwirtschaftlichem Schwerpunkt sowie Personen mit Befähigung zum Richteramt. Die genaue Liste ist in §7 ZertVerwV geregelt. Wer keinen dieser Abschlüsse hat, kann die Zertifizierung durch die IHK-Prüfung erwerben.

Gibt es eine Übergangsregel für bereits tätige Verwalter?

Es gab eine befristete: Wer am 1. Dezember 2020 Verwalter einer Gemeinschaft war, galt gegenüber deren Wohnungseigentümern bis zum 1. Juni 2024 als zertifizierter Verwalter (§ 48 Abs. 4 Satz 2 WEG). Diese Frist ist abgelaufen. Eine allgemeine Befreiung für langjährig tätige Verwalter nennt das Gesetz nicht.

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